{"id":2400,"date":"2014-10-10T11:33:06","date_gmt":"2014-10-10T10:33:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/?p=2400"},"modified":"2014-10-10T15:54:02","modified_gmt":"2014-10-10T14:54:02","slug":"move-move-move","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/?p=2400","title":{"rendered":"Move, move, move!"},"content":{"rendered":"<p>Wie so oft in den letzten Monaten sitze ich am Bahnhof und warte auf den Zug. Die w\u00e4rmende Herbstsonne im Gesicht und elektronische Kl\u00e4nge auf meinen Ohren zaubern mir ein kleines L\u00e4cheln auf die Lippen. Gedanklich bei meinem bevorstehenden Semester, zwischen B\u00fccherbestellungen und Studienverlaufspl\u00e4nen, schweife ich immer wieder ab. Die letzte Woche am Wasser hat sich nachhaltig eingebrannt.<\/p>\n<p>Es ist Anfang Oktober. Die letzten sechs Wochen verbrachte ich in Vollzeit damit, mein Taschengeld aufzubessern. An Angeln war kaum zu denken, zumal meine Freundin ebenfalls etwas von meiner kostbaren Zeit am Wochenende beanspruchte. Doch die letzte Arbeitswoche sollte kommen und somit die zwei letzten freien Wochen vor Studiumsbeginn.<\/p>\n<p>Die erste Woche verbrachte ich bei bestem Wetter mit meiner Freundin an der holl\u00e4ndischen Nordsee. Entspannt und vollgetankt mit frischer Seeluft konnte nun f\u00fcr eine letzte volle Woche am Wasser eines meiner Hausgew\u00e4sser in Angriff genommen werden.<\/p>\n<p>Bei dem See handelt es sich um einen alten, etwa 35ha gro\u00dfen und sehr strukturreichen Baggersee. Im Vorfeld landeten bereits einige Kilo Boilies und Partikel am Rande eines gro\u00dfen Plateaus. Ich vermutete die Fische aufgrund der recht hohen Wassertemperaturen zwischen 16 und 18\u00b0C im nicht allzu tiefen Wasser, doch ich hielt mir Optionen offen und konnte durch meine F\u00fctterung verschiedene Tiefen abdecken. Ein Trugschluss, wie sich sp\u00e4ter herausstellen sollte. Die Fische waren einfach nicht da.<\/p>\n<p>Die ersten Tage, lediglich unterbrochen von immer wieder bei\u00dfenden Brassen, schob ich den Blank auf den in die H\u00f6he geschossenen Luftdruck an die 1030hPa. Konstant sonniges Wetter, Windstille, ungewohnt warme Temperaturen &#8211; es war den Fischen nicht zu verdenken, dass die M\u00e4uler verschlossen blieben. Diese Theorie untermauerte mein Kollege Mike, dem zwar in der vorherigen Woche eine Traumsession am selben Platz gelang, der jedoch in den zwei N\u00e4chten, die er mir Gesellschaft leistete, ebenfalls blankte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0138.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2408 aligncenter\" alt=\"Die Session genie\u00dfen - die Fische machten es mir Schwer...\" src=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0138-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0138-300x168.jpg 300w, https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0138-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0138.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten zwei Tage hoffte ich auf den angek\u00fcndigten Wetterwechsel, der im besten Fall den Stein ins Rollen bringen sollte. Doch au\u00dfer einem nassen Hintern und weiteren Brassen ging ich nach wie vor leer aus. Langsam machte sich Verzweiflung breit. Es ist schon interessant, was solch ruhige Tage, alleine mitten in der Natur aus einem machen. Die Sinne waren gesch\u00e4rft. Auf mein Zelt prasselnde Bl\u00e4tter kamen mir vor wie Trommelschl\u00e4ge, bei jedem Windsto\u00df schreckte ich hoch. Und Lethargie machte sich breit. Es war Zeit zu handeln, ich f\u00fchlte mich zunehmend unwohler mit meiner Situation.<\/p>\n<p>Als Konsequenz wechselte ich Montag morgens den Seeteil. Frischer Wind und einzelne Sonnenstrahlen zwischen den Wolken kitzelten meine Nase w\u00e4hrend der \u00dcberfahrt und weckten meine Geister. Die Motivation war wieder zur\u00fcck, voller Tatendrang errichtete ich schnell mein Lager und wand mich dann dem Wasser vor mir zu.<\/p>\n<p>Dieser deutlich tiefere und \u00e4ltere Teil des Gew\u00e4ssers war mir g\u00e4nzlich unbekannt. In meiner Situation nicht das schlechteste, so konnte ich mich nicht von herrschenden Meinungen beeinflussen lassen und neu beginnen, unabh\u00e4ngig von Futter, bekannten Spots et cetera. Und w\u00e4hrend ich mich so \u00fcber das Wasser treiben lie\u00df, die Sicheln auf dem Echolot studierte und Strukturen mit dem Tastblei erahnte, rollte sich vor mir ein Karpfen aus dem Wasser. Die erste Rute stand somit schnell fest, eine tiefe Rinne zwischen der Uferkante rechts von mir und einem Plateau sollte mir den Erfolg bringen. In etwa 8m Tiefe ertastete ich den \u00dcbergang von hartem Plateausand zu weicherem Sediment. Genau hier sollte die Rute zum Liegen kommen. Ein paar H\u00e4nde Almightys zwischen 16 und 24mm sollten als Futter reichen, von Brassen hatte ich genug.<\/p>\n<p>Meine beiden anderen Ruten legte ich in \u00e4hnlicher Vorgehensweise ab, die eine an einem Plateau in 6m Tiefe und die andere oben auf einer Kante zwischen absterbendem Kraut in 3m Tiefe. Die letzten 48 Stunden konnten kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/PicsArt_1412591972433.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2409 aligncenter\" alt=\"Mein neuer Platz, er sollte endlich Fisch bringen...\" src=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/PicsArt_1412591972433-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/PicsArt_1412591972433-300x168.jpg 300w, https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/PicsArt_1412591972433-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/PicsArt_1412591972433.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">Zufrieden mit meiner Platzwahl machte ich es mir nach kurzem Besuch von Philipp mit einem D\u00f6nerteller auf der Liege bequem. Die Nacht kam rasch und nach den Strapazen des Movens schlief ich schnell ein.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Nach einer ruhigen Nacht wachte ich mit leichten Kopfschmerzen auf, nach Kippe, Kaffee und dem darauf folgenden allmorgendlichen Ritual ging es mir jedoch schnell besser. Gest\u00e4rkt mit zwei Br\u00f6tchen, die mir Patrick freundlicherweise vor der Arbeit brachte, legte ich die Ruten erneut aus. Sie sollten bis zum Einpacken am n\u00e4chsten Tag liegen bleiben. Nach der zu ruhigen Nacht kamen abermals Zweifel auf, gedanklich hatte ich mich mit einem Blank schon abgefunden.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Doch wie sollte es anders kommen, etwa um 14:00 Uhr riss mich ein brachialer Fullrun aus meinem Mittagsschlaf. Ich konnte es kaum glauben, die Rute in der Rinne verbeugte sich tief auf der Buzzerbar.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Euphorisch fuhr ich dem Fisch entgegen, glaubte ihn zweimal durch kurzzeitigen Kontaktverlust verloren. Doch als ich \u00fcber dem Fisch ankam, ihn langsam aber stetig gen Oberfl\u00e4che drillte und ihn letztendlich in meinen Keschermaschen einschloss, war ich nicht mehr zu bremsen. Die Last der letzten sechs blanken Tage fiel mit einem einzigen Freudenschrei von meinen Schultern. Mein Ziel war erreicht, ich war nicht mehr blank.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Schnell versorgte ich den Fisch und legte die Rute neu. Nach Feierabend kam Patrick zum Fotoshooting. Stolz hielt ich den 16,5kg schweren K\u00e4mpfer in die Festbrennweite.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0014-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2407 aligncenter\" alt=\"16,5kg Schuppipower\" src=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0014-1-300x198.jpg\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0014-1-300x198.jpg 300w, https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0014-1-1024x678.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">Den weiteren Abend lie\u00dfen wir zusammen mit einem Kollegen bei Kaffee bzw. Bier ausklingen. Dann wurde es Zeit f\u00fcr die Liege. Die letzte Nacht war gekommen.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Wie an allen Tagen zuvor, wachte ich ausgeschlafen und ohne n\u00e4chtliche Unterbrechungen auf. Kaffee, Kippe, ihr kennt es ja. Dann wurde es langsam Zeit einzupacken. Nach und nach trug ich meine Sachen nach vorne, der Weg war nicht weit und ich wollte nicht alles dreifach anfassen, indem ich das Boot belade. Au\u00dferdem blieben mir so ein paar Minuten mehr, in denen ich auf einen Fisch hoffen konnte. Eine weise Entscheidung.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Gerade auf dem R\u00fcckweg, h\u00f6rte ich einen Siren um Hilfe schreien. Nach einem kurzen Sprint stand ich samt Schuhen und Hose im knietiefen Wasser und nahm die Plateaurute auf. Schnell dem Fisch entgegen gefahren, hatte ich bald Kontrolle \u00fcber den kleinen Racker und konnte ihn sicher abnetzen. Damit hatte ihn nun garnicht mehr gerechnet, die katastrophalen Vortage waren vergessen. Schnell die Kamera ausgepackt, durfte der 10kg schwere Schuppi nach einem Selbstausl\u00f6serfoto wieder schwimmen. Die Rute blieb drau\u00dfen. Man soll aufh\u00f6ren, wenn es am sch\u00f6nsten ist.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important; text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0022.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-2406 aligncenter\" alt=\"Wohlgen\u00e4hrter Nachwuchs\" src=\"http:\/\/www.rg-fishfeed.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0022-300x198.jpg\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0022-300x198.jpg 300w, https:\/\/blog.rg-fishfeed.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/DSC_0022-1024x678.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">Mittlerweile sitze ich im Zug. Der Alltag hat mich wieder und in n\u00e4chster Zeit werden fast ausschlie\u00dflich kurze Overnighter drin sein. Doch auch und vor allem diese Angelei \u00fcbt ihren Reiz auf mich aus, will sie doch gut vorbereitet sein. Und so freue ich mich schon auf den Sp\u00e4therbst und den hoffentlich nicht allzu langen Winter, wenn die Fische im schillernden Kleid auf mich warten.<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Ihr lest von mir,<\/p>\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">\n<p style=\"display: inline !important;\">Lucas Deppe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie so oft in den letzten Monaten sitze ich am Bahnhof und warte auf den Zug. Die w\u00e4rmende Herbstsonne im Gesicht und elektronische Kl\u00e4nge auf meinen Ohren zaubern mir ein kleines L\u00e4cheln auf die Lippen. 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