Endlich Entjungfert

von Holger Krampe

Es ist für jeden von uns eine neue Herausforderung seinen Köder mit dem man soviel gutes Erlebt hat abzuschieben um sich für einen Neuen zu entscheiden. Doch die Enttäuschungen in der letzten Session waren zu groß und das Angebot ein Testfischer zu sein lockte Unheimlich. Mein Ehrgeiz war gepackt und ich fühlte mich reif für was Neues, ich wollte neue Schritte gehen und das hieß neue Köder. Also auf zum schweren Thema Köderwahl. Ich entschied mich nach langer Überlegung erstmal für die Red Delicious Hot und den Mega Sweets. Keine drei Tage später waren sie dann endlich da. Ich war aufgeregt wie bei einer neuen großen Liebe, es kribbelte im Bauch, das kann nur gutes heißen dachte ich mir. Sofort und ohne Zeit zu verlieren begann ich mich mit den Köder vertraut zu machen. Ich testete die Boilies auf Herz und Nieren. Unter anderen legte ich sie in Gefäßen mit Teichschlamm, Leitungs- und Teichwasserwasser ein um ihre Wasserlöslichkeit zu testen. Außerdem wollte ich wissen ob sie nach ein paar Tagen anfangen zu schimmeln und wie es sich mit den Geruch und der Konsistenz verhält.

 

 

 

Mein Fazit fällt super aus. Keine schlechten Eigenschaften zu Erkennen. Eine für mich perfekte Struktur mit Groben und feinen Anteilen. Keine Schimmelbildung zuerkennen, der Boilie löst sich einfach auf, das ist wichtig damit bei ständiger Fütterung die Futterstelle sauber bleibt. Konsistenz hervorragend, man kann diesen Köder ohne bedenken vier Tage an der Rute lassen ohne dass er zu weich wird. Es war Liebe auf den ersten Blick. Das erstaunliche was ich unbedingt noch Erwähnen muss, ist das der Mega Sweet Boilie selbst nach 48 Stunden im Faulschlamm nicht ein bisschen schlammig roch!!! Die Theorie war geschafft und das Vertrauen war da. Und wie sogar! Ich wollte die neuen Boilies gleich an ein sehr schwieriges Gewässer testen. Der See gehört mit seinen 350 h schon zu den Größeren aber hat dafür einen eher schlechten Karpfenbestand. Karpfenfänge sind an diesen See eher eine Seltenheit und ich will es dazu noch im Winter probieren. Der Blank und unzählige Nächte ohne Fischkontakt waren geradezu vorauszusehen. Aber aus beruflichen Gründen, und den eigentlich jetzt schon großen Vertrauen zu den Boilies, musste es dieser See sein. Ich kenne den See in seinen groben Zügen, doch die wirklich Markanten Stellen galt es herauszubekommen. Nach einigen Stunden mit Boot und E-Motor entschied ich mich für eine Stelle die ich auch im Sommer oder Herbst gewählt hätte. Sie hat zwar keine so steile Kannte und fällt eher langsam ab, aber der Untergrund machte sie für mich sehr Interessant. Der Untergrund allgemein ist für mich an fast jedem Gewässer wichtiger als die Kante. Außerdem hatte ich an diesen Platz die Option auf die tiefste Stelle im See. Meine Futterstrategie sah wie folgt aus, ich wollte zwei Wochen lang jeden zweiten Tag mit Boiliestücken und Boilies füttern fahren. Bewusst verzichtete ich auf Partikel. Dabei sollte je eine Stelle mit Red Delicious Hot und Mega Sweet gefüttert werden. Ob süße Boilies im Winter Sinn machen fragte ich mich jedoch sehr stark.

 

 

 

Gesagt getan, das Warten auf den Besagten Angeltag war natürlich grausam. Und dann passierte es, der Winter zeigte sich in voller Breite, und mehrere Tage war Angeln und Füttern wegen einer Eisschicht auf dem Gewässer unmöglich. Wieder ein Tiefschlag! Doch ein Tiefdruckgebiet war in Anmarsch und der See öffnete sich dank des Windes relativ schnell, Ich fütterte noch drei Tage und endlich war der erste Angeltag mit den neuen Boilies gekommen. Ich beschloss in den Nächten zu Angeln und Tagsüber zu arbeiten, weswegen sich der Aufbau schnell vollzog. Ich muss ehrlich sein und zugeben das ich in der ersten Nacht nicht mit Fischkontakt gerechnet habe doch der Mega Sweet (ausgerechnet der Süße im Winter) sollte mich positiv strafen. Um genau 1Uhr nachts bekam ich einen sehr zaghaften Fallbiss, alles lief jetzt Routinemäßig ab, und ich konnte den ersten R&G Karpfen sicher landen. Kein Riese aber dafür ein wunderschöner Fisch. Ich habe mich dann völlig zufrieden zur Ruhe gelegt, die Welt war für mich in Ordnung. Ich hätte niemals mit einen Fisch in der ersten Nacht gerade an diesen so schweren See gerechnet. Doch in der darauf folgenden Nacht kam es noch dicker. Ich wollte einen sehr guten Angelfreund mit dem ich schon viele Nächte am Wasser vollbracht habe, meinen neuen Köder präsentieren. Sascha auf dessen Meinung ich im übrigen sehr viel Wert lege, da er sehr kompetent und fit in der Materie ist, stieß in dieser Nacht zu mir. Wir konnten in dieser Nacht dann noch tatsächlich drei herrliche Fische – in diesen von uns so gehassten See- den Kescher von Innen präsentieren. Es war eine herrliche Nacht, in der im vier Stunden Takt die Fische gefangen wurden. Es waren wieder nur Fallbisse und leider keine Riesen, doch ich bin mit diesen Ergebnis unheimlich zufrieden. Ich bin positiv überrascht von den neuen Ködern denn sie brachten mir sofort ein super Erfolg mit den ich nicht in meinen kühnsten Träumen gerechnet habe. Ich hoffe es geht so weiter, derAnfang einer großen Liebe ist jedoch gemacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gruß und Petri Heil

Holger Krampe

Das Runde muss ins Schuppige!

 

Endlich Entjungfert!

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