Bericht von Thilo

Hallo zusammen,
nachdem Kollegen und ich dieses Jahr schon mehrere Kurzsessions erfolgreich mit R&G-Murmeln absolviert haben, möchte ich hier kurz über eine einwöchige Session mit meinem Bruder Fabian berichten.
Für uns beide war klar, dass wir dieses Jahr unbedingt mal wieder länger als nur ein, zwei Nächte fischen gehen müssen. Nachdem der Urlaub eingereicht und Groborganisatorisches erledigt war, stand fest, dass die „Reise“ an einen 150 km entfernten Seenkomplex gehen sollte. Der Angeldruck dort ist ziemlich hoch, da die Seen schon lange für ihren guten Karpfenbestand bekannt sind. Nicht nur deswegen gelten diese Seen als launisch, was unsere Spannung natürlich noch weiter steigen ließ.
Nachdem der ganze Unrat zweier Karpfenangler schon am Vorabend in den fahrbaren Untersätzen verstaut war, ging es vormittags los. Zuerst noch einen Abstecher in den Angelladen des Vertrauens (ok, die Murmeln hatten wir ja schon ;)), sind wir mit etwas leereren Geldbeuteln endlich am Gewässer angekommen. In der Vorplanung haben wir uns schon auf zwei Seen beschränkt und durften nach einem ausgiebigen Rundgang freudig feststellen, dass keine anderen Karpfenangler an den Gewässer saßen. Natürlich haben wir nichts gegen Karpfenangler ;D, den Erzählungen nach soll an den Gewässern aber schon vieles falsch gelaufen sein. So wurden uns Geschichten von „Karpfenfreunden“ erzählt, die ihren Angelbereich mit Bojen absperrten oder Seerosenfelder ausrissen, um ihre Montagen sauber ablegen zu können. Ohne uns Gedanken darüber zu machen, ob diese Geschichten der Wahrheit entsprechen, haben wir uns über die freie Platzwahl gefreut.
Als wir nach dem gefühlten 10. Anruf endlich die zuständigen Person für die Kartenausgabe erreichten, konnte es ans Bootbeladen gehen. Wie immer dauerte das ganze Prozedere länger als gedacht, sodass wir die Ruten im Dunkeln auslegen mussten. Aber nicht schlimm, eine Woche Fischen lag vor uns, juchu! :P.
Nach einer Stärkung saßen wir eine gute Weile hinter den Pods und philosophierten darüber, was in dieser Woche so kommen mag oder eben auch nicht. Die erste Nacht an einem neuen Gewässer hat einfach etwas Magisches. So standen wir senkrecht auf unseren Liegen (ok, tut man das nicht meistens), als sich kurz nach Mitternacht der Bissanzeiger das erste Mal meldete. Nach kurzem Drill konnte mein Bruder einen Almighty-Brassen landen. Zwar nicht der Zielfisch, aber immerhin. Wir freuten uns.
Am Morgen wurden wir dann so geweckt, wie es sich ein Karpfenangler wünscht. Meine rechte Rute pfiff ab und nach der Kontaktaufnahme war schnell klar, dass sich ein Zielfisch die Kivelinge-Murmel schmecken lassen wollte, und was für einer. Nach ausdauernden Drill ließ sich ein wunderschöner Spiegler über den Kescher ziehen. Und auch ohne Brille war sofort zu sehen, dass da mein neuer PB in den Maschen lag. Beim Wiegen mussten wir allerdings feststellen, dass die preiswerte, aber bis 40 kg etikettierte Digitalwaage tatsächlich nur bis 20 kg ging. Da wusste ich erstmal nicht so recht, ob ich mich freuen oder aufregen sollte. Es war Sonntag, also den Fisch eingesackt und gehofft, dass an den anderen Seen ein waagenleihender Carphunter aufzufinden ist. Es viel mir ein Stein vom Herzen, als Fabian 1 h später mit Waage bewaffnet wieder am Platz ankam. Vielen Dank an der Stelle Fabian für deine Laufbereitschaft und unbekannterweise an den gutmütigen Karpfenangler Tim, von wegen Seerosen ausreißen und so. ;).
Wir staunten nicht schlecht, als die Waage bei 23,4 kg stehen blieb. Der absolute Hammer. Der erste Morgen an einem neuen Gewässer und dann so ein Fisch. Traumhaft diese Glücksgefühle, der Urlaub war schon gerettet bevor er überhaupt richtig begonnen hatte. Nebenbei erwähnt war dieser Fisch mein dritter PB in diesem Jahr, zum dritten Mal auf Kivelinge. Find ich gut, danke R&G! 😉
Bis am nächsten Mittag ließ sich kein Karpfen mehr überlisten und wir entschieden uns dazu den Platz zu wechseln.
Um es kurz zu halten, wir sind in der Woche noch ein weiteres Mal gemoved und konnten, neben zwei Brassen, zwei kleinen Welsen und einer dicken Schleie noch 4 weitere Karpfen zwischen 15,2 und 20,2 kg überlisten. Die Stückzahl war zwar nicht so berauschend und die letzten zwei Nächte konnten wir, vermutlich wegen des Wetterwechsels, nichts mehr an den Haken locken. Aufgrund des hohen Durchschnittsgewicht (von über 19 kg :P) und der vielen schönen Eindrücke bin ich aber selbst jetzt noch ein wenig aus dem Häuschen.
Deswegen möchte ich zum Schluss auch noch alle kennen, die mich grüßen. Ähmm, kleiner Scherz. Vielen Dank an meinen Bruder für den tollen Trip und DANKE Jörg Palmer für deine Bürgschaft und die Beschaffung der scheinbar ganz schön fängigen Murmeln.

In diesem Sinne ein dickes Petri Euch allen 😉

Viele Grüße
Thilo

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